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01.04.2020 | Kategorie: Innung

Schule geschlossen – müssen die Azubis auch ins Home-Office?

Bekanntlich entfällt für  Auszubildende in Fällen wie dem aktuellen, wenn Berufsschulen geschlossen sind, die Freistellungspflicht des Ausbildungsbetriebes und sie haben dann grundsätzlich im Ausbildungsbetrieb zu erscheinen. Müssen sie aber dann im Betrieb den Schulstoff nacharbeiten?

Aus verschiedenen IHK Quellen haben wir hier zu folgendes gefunden:

  • Wird der Unterricht anderweitig (zum Beispiel durch Online-Angebote) aufrechterhalten, muss der Ausbildungsbetrieb den Auszubildenden dafür in demselben zeitlichen Umfang freistellen, wie für den eigentlichen Berufsschulunterricht.
  • Auszubildende können dann in geschützter Atmosphäre die theoretischen Ausbildungsinhalte erarbeiten oder vom Ausbildenden verpflichtet werden, sich den Lernstoff zu Hause aber unter Anrechnung auf die betriebliche Ausbildungszeit anzueignen. Dies kann dann auch vom Ausbilder kontrolliert werden.
  •  Die zu vermittelnden „Kenntnisse“ beziehen sich dabei auf die Theorie. Fällt die Berufsschule aus, müssen die Betriebe den für die Berufsausbildung wesentlichen theoretischen Lehrstoff selbst vermitteln oder sich einen Bildungsträger suchen, der dies für sie übernimmt. Der Betrieb muss deshalb dem Azubi zur Aneignung der theoretischen Inhalte des Ausbildungsberufes die Zeit zur Verfügung stellen, welche der Azubi normalerweise für berufsrelevante Fächer in der Berufsschule verbracht hätte.
  • Ideal ist es, wenn der Betrieb es ermöglichen kann, dass die von den Schulen/Lehrern bereitgestellten Lerninhalte in für das Lernen geeigneten betrieblichen Räumen bearbeitet werden können. Dann kann der betriebliche Ausbilder bei auftretenden Fragen diese beantworten oder dem Azubi Hilfestellungen und Hinweise geben. Ist das im Betrieb nicht möglich, muss der Betrieb dem Azubi die Zeit hierfür im "Home-Office" zur Verfügung stellen.
  • Insgesamt muss den Auszubildenden  die Zeit zur Verfügung gestellt werden, die für die Aneignung des wesentlichen Lehrstoffs in der Schule auch erforderlich gewesen wäre. Der Betrieb kann also die Zeit für die allgemein bildenden Schulfächer abziehen (z. B. Religion oder Sport).

 Wir denken, dass die Inhalte bzw. die "prüfungsvorbereitenden Unterlagen", die die Schule zur Verfügung stellt, nicht so umfangreich sind, dass ein ganzer Berufsschultag zur Aufarbeitung notwendig ist. Es gilt also abzuwägen, wie viel "Zeit für die Aneignung des wesentlichen Lehrstoffs in der Schule" notwendig gewesen wäre.

Weitergehende Informationen sind z.B. hier zu finden:

IHK Rhein-Neckar

IHK Berlin

ausbildung.de

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